Freitag, 29. August 2008

Die Liebe Christi drängt uns


Von Benjamin Greschner

Auf die Frage eines Pharisäers, welches das wichtigste Gebot sei, antwortete der Herr: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzem Herzen, aus deiner ganzen Seele, aus deinem ganzen Gemüte und aus allen deinen Kräften. Das ist das größte und erste Gebot. Ein anderes aber ist diesem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (Mt 22, 37-40) Eine durchaus anschauliche und greifbare Weisung - doch was bedeutet diese Aussage Christi konkret für unser alltägliches Leben?

Befassen wir uns zunächst mit dem ersten Teil der Antwort Jesu. Schauen wir also auf die Liebe und Verehrung, die wir Menschen unserem Schöpfer schuldig sind. Gott allein schuf, erhält und regiert diese Welt. Allein aus seiner göttlichen Gnade heraus hat er diese Welt in all ihrer Schönheit geschaffen und uns zur Tugend der Gottesverehrung berufen. Diese wichtige Tugend stellt sich uns in verschiedenen Facetten dar. Der grundlegendste Akt der Gottesverehrung ist die Anbetung Gottes. In der Anbetung erkennen wir Gott als den Schöpfer und Erlöser, wir erfahren seine Barmherzigkeit und können ganz eintauchen in seine übergroße Liebe. Schon das Alte Testament kennt die Anbetung des Allmächtigen und Christus selbst nimmt Bezug darauf: „Vor dem Herrn, Deinem Gott, sollst Du dich niederwerfen und ihm allein dienen“ (Lk 4,8; vergl. Dt. 6,13) Ein weiterer wichtiger Aspekt unserer Liebe zu Gott, dem Herrn, ist das Gebet. Dieses kann niemals ganz von der Anbetung getrennt betrachtet werden, will in unserer Abhandlung aber durchaus auch aus einem anderen Blickwinkel beleuchtet sein. Das Gebet, abgeleitet von dem deutschen Substantiv „bitten“, ist eine grundlegende Voraussetzung, um Gottes Gebote achten zu können. Die herausragende Bedeutung des Gebetes wird deutlich, wenn Christus mahnt: „betet ohne Unterlass!“ (vergl. Lk 21,36) Und auch der heilige Apostelfürst Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer: „Seid beharrlich im Gebet“ (Röm 12,12). In gleicher Weise ergeht an uns jedoch auch die Mahnung des Herrn, dass Gebet zu achten, zu schätzen und nicht zu plappern wie die Heiden (Mt 6,7-8). Anbetung und Gebet sind also die grundlegendsten Eigenschaften der menschlichen Ehrbezeugung und Liebe gegenüber Gott.

Befassen wir uns nun damit, was es heißt, „den Nächsten zu lieben, wie sich selbst“, blicken wir somit also auf den zweiten Teil der Antwort Jesu auf die Frage des Pharisäers in Mt 22,37. Wie kann Nächstenliebe real aussehen? Die leiblichen Werke der Barmherzigkeit geben uns die Antwort - Liebe gegenüber unseren Mitmenschen bedeutet: die Hungrigen zu speisen und die Durstigen zu tränken, die Nackten zu bekleiden, die Fremden zu beherbergen, die Gefangenen zu erlösen, die Kranken zu besuchen und die Toten begraben. Aber auch die geistigen Werke der Barmherzigkeit sind elementar für ein mitmenschliches Verhalten im Sinne des Evangeliums. So sollen wir die Sünder zurechtweisen, die Unwissenden lehren, den Zweifelnden recht raten, die Betrübten trösten, das Unrecht geduldig erleiden und denen, die uns beleidigen, gerne verzeihen und für die Lebenden und Verstorbenen zu Gott beten, womit wir nun auch wieder beim Gebet wären, also bei der Beziehung und Liebe zu Gott, dem Herrn. Wir bemerken, dass wir die Gottes- bzw. die Nächstenliebe niemals unabhängig voneinander betrachten können, sondern, dass sich uns vielmehr ein schlüssiges Gesamtbild, eine Harmonie erschließt, nach der wir Menschen uns doch so sehr sehnen.

Erweisen wir also Christus, dem König, die Ehre, die ihm gebührt und folgen wir ihm nach in Werken des Glaubens, der Wahrheit und er Liebe.

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Vertrauensnovene Pater Pio

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