Freitag, 15. August 2008

‚Jesus ist pünktlich’



Ingrid Betancourt wurde aus der sechsjährigen kolumbianischen Geiselhaft befreit, kurz nachdem sie sich dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht hatte.

Paris (kath.net) Ihre erste freie Tat nach der Befreiung als Geisel: Sie besuchte die Kirche Sacré Coeur (Heiliges Herz) in Paris. Denn Jesus, sagt Ingrid Betancourt, hat sein Versprechen gehalten: Sie war frei gekommen, nachdem sie sich dem Heiligsten Herzen geweiht hatte. Das berichtet cathnews.com mit Hinweis auf den „Catholic Herald“.

Ihre erste Geste nach der Rettung war das Kreuzzeichen. Das berichtete Betancourt dem französischen Magazin Pèlerin. „Warum? Ohne Ihn an meiner Seite hätte ich den Schmerz niemals überlebt.“

Eine Geisel zu sein bedeutet „eine Situation ständiger Demütigung“. Da gebe es dann nur zwei Alternativen: „Entweder lässt du dich selbst aggressiv und verbittert werden, voll von Hass und Rachegelüsten, oder du folgst dem anderen Weg, den Jesus gezeigt hat.“

„Er sagte: ‚Segnet eure Feinde.’ Jedes Mal, wenn ich die Bibel las, hatte ich das Gefühl, dass diese Worte an mich gerichtet waren, als ob Jesus vor mir gestanden hätte. Er wusste, was er zu mir sagen musste.“

Einfach war das nicht. „Natürlich habe ich gemerkt: Wenn der Feind furchtbar ist, ist es hart, diese Worte getreu zu leben, und deshalb hatte ich das Gefühl, ich möchte eigentlich genau das Gegenteil sagen. Wenn ich dann diese (biblischen) Worte sprach, dann war es aber wie ein Zauber: Ich habe eine Art Erleichterung gespürt.“

„Der Hass ist einfach verschwunden. … Ich spüre, dass eine Verwandlung in mir stattgefunden hat und ich verdanke diese Veränderung der Tatsache, dass ich fähig war, auf das zu hören, was Gott für mich wollte.“

Die Kirche Sacré Coeur wollte sie schließlich unbedingt besuchen. Denn noch als Geisel hatte sie auf Radio Maria International gehört, dass der Juni der Herz-Jesu-Monat ist. Da hatte sie das Gefühl, dass sie Jesus um etwas bitten möchte: „Ich weiß nicht genau, was es heißt, sich selbst dem Heiligsten Herzen Jesu zu weihen, aber wenn du es mir während des Monats Juni sagst, dann werde ich ganz dein sein.“

Am 27. Juni wurde Ingrid Betancourt durch eine kolumbianische Spezialeinheit befreit. „Ich habe gedacht: ‚Es geht los, Er ist pünktlich.’ … Tatsache ist, dass Jesus sein Wort gehalten hat. Ich habe ein Wunder erfahren.“

Erst in ihrer Gefangenschaft hatte Betancourt begonnen, die Bibel zu lesen. Das erste Wort, das sie damals aufschlug, kann sie heute sinngemäß auswendig: „Du kannst bitten, worum du willst, aber der Heilige Geist wird besser bitten, weil Er weiß, was du wahrhaft brauchst.“ Sofort hat sie ausgerufen: „Mein Gott, ich weiß, was ich will: frei sein!“ Nach sechs Jahren las sie die Paulus-Stelle wieder und verstand sie.

Der Tod ihres Vaters machte ihr einst zu schaffen und sie haderte mit Gott. „Später habe ich verstanden, dass ich Gott danken musste, dass er ihn zu sich genommen hat, weil mein Vater diese sechs Jahre des Leidens niemals ertragen hätte können.“

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Die Göttliche Barmherzigkeit

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