Donnerstag, 5. Februar 2009

Gedanken zum Herz Jesu Freitag (6. Februar 2009)


Wenn man die großen Gotteshäuser der Christenheit besucht, vergißt man leicht, wofür sie gebaut wurden. Wir leben in einer Zeit, in der das Reisen sehr einfach geworden ist und wir schnell alles bagatellisieren. Wir neigen dazu, alle Dinge rein materiell zu betrachten.

Dabei helfen diese Kirchen uns, Gott näher zu kommen und Ihn zu verstehen.

Der Kölner Dom, die Kathedrale von Notre Dame, die Münchner Michaelskirche und alle anderen wurden zur Ehre Gottes gebaut. Doch sie wurden ebenso gebaut, um die Sünder, also uns alle, darin zu empfangen und uns zu heiligen. Diese Kirchen mit all Ihren Schätzen wurden also gebaut, um uns zu erheben, damit sich dort Handlungen vollziehen, die uns – Geschöpfe Gottes – in Kinder Gottes verwandeln.

So zum Beispiel die Beichte. Der Sünder, der das Pech hatte, eine schwere Sünde zu begehen, hat sich von Gott getrennt. Er hat die heiligmachende Gnade verloren, weil er etwas getan hat, das Gott schwer beleidigt.

Was reagiert die Kirche darauf? Sie baut Kathedralen wie den Petersdom, schmückt sie mit all möglichen kostbaren Gemälden und Statuen aus und baut kunstvolle Beichtstühle. Wofür? Um den armen Sünder zu empfangen, und zwar so, daß er sich zu Hause fühlt, daß er die Güte, mit der Jesus auf die Sünder geht, um sie zu erlösen, spüren kann.

Diese wunderbaren Kirchen und Kathedralen sind nichts anderes als ein Ausdruck der Güte Gottes, die an die Menschen durch die katholische Kirche weitergeleitet wird. Die Kirche baut Gotteshäuser, die die Güte Gottes widerspiegeln, die die brennende Liebe des Heilandes für die Sünder erlebbar machen, die so groß sind, daß sie den Eindruck vermitteln, daß selbst der schlimmste Sünder hier Verzeihung, Heil und Erbarmen findet und er aufgehoben wird. Er wird nicht allein gelassen mit seinen schlechten Neigungen, sondern wird ständig begleitet, damit er geheiligt wird, vor allem durch die heilige Beichte und die heilige Kommunion.

Wir sind leider oft so verweltlicht, daß wir das nicht sehen und oft auch nicht verstehen können. Wir können uns nicht vorstellen, daß Jesus in einem Augenblick zu Heiligen machen will. Wir können uns nicht vorstellen, daß Er nicht anderes im Sinne hat, als uns Gutes zu tun und Er immer für uns da ist und immer bereit ist, uns zu helfen, zu trösten und zu heiligen.

Wir müssen uns bemühen, die Pseudo-Weisheit dieser Welt abzuschütteln, damit sich unsere Herzen der Weisheit Gottes öffnen.

Eine Weisheit, die so spricht:

Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich, wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. Wegen dieser Rede kam es unter den Juden erneut zu einer Spaltung. (Joh. 10, 11 – 13)

Wir erleben dieses Unverständnis immer wieder und das hindert viele, sich an Gott zu wenden und an ihn zu glauben. Auch in diesen Tagen sehen wir, wie ein Hirte, der seinem verlorenen Schaf wieder zur Herde geholt hat, rund um den Globus dafür gescholten wird.

Doch so schlägt das Herz der katholischen Kirche: Die Theologen erklären, daß, wenn die Menschheit vor 2000 Jahren aus nur einem Menschen bestanden hätte, Jesus trotzdem die ganze Passion auf sich genommen hätte. Um diesen einen Menschen vor dem verderben zu retten.

Versuchen wir an diesem Herz Jesu Freitag unsere Herzen wir für diese unermeßliche und unendliche Güte empfänglich zu machen und beten wir auch für alle, die noch weit entfernt sind vom Herzen Jesu.

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50 Fragen zum Herzen Jesu

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