Donnerstag, 24. November 2011

Die Herz-Jesu Verehrung lässt uns hindurch auf den Wassern des Lebens gehen


Der Selige Hermann Joseph fasst in folgenden Strophen seines Herz-Jesu-Liedes das Ziel der Verehrung des Göttlichen Herzens:

Welche Lieb hat dich bezwungen!
Welcher Schmerz hat dich durchdrungen,
Als Du ganz dich hast enteignet
Und uns liebend zugeeignet,
Dass nicht dem Tod erliegen wir.

O wie bitter, ohne Milde,
War der Tod, der herzlos wilde,
Der das Heiligtum erstrebte,
Drin des Weltalls Leben lebte;
Dich treffend, Herz voll Süßigkeit.

Zieh mein Herz zu deinem Herzen;
Dass geheilt in Reueschmerzen;
Es nicht bleib´ in ferner Weite;
Schließ es ein in deine Seite;
Dass es in dir sich finde neu!


Die Herz-Jesu Verehrung, so wie sie im Mittelalter praktiziert wurde, bestand aus der Betrachtung des leiblichen, von der Lanze verwundeten Herzen, sowie die Betrachtung des geistigen, von Liebe und Schmerz verwundeten Herzens. Herz-Jesu-Andacht, Lobpreis, Gegenliebe und Mitleid, Bitte und vollkommene Hingabe waren die Übungen, die zu einer immer tieferen Vereinigung mit dem Herzen des Erlösers führen sollten. Das tiefe Verständnis für den Heiland, die regelmäßige Betrachtung seines bitteren Leidens und seines Todes aus Liebe zu uns, seines Erbarmen, seines Trostes, seiner Gnaden führten viele Menschen zu einer immer vollkommeneren Innigkeit mit unseren Herr Jesuschristus und zur Heiligkeit. Die Herz-Jesu-Verehrung, in der Form, wie wir sie heute kennen, zielt auch auf eine immer umfassendere Einheit mit dem Göttlichen Herzen, auch wenn Weihe und Sühne seit den Erscheinungen der Hl. Margarethe-Maria Alacoque in Paray-le-Monial stärker hervorgehoben werden.

Viele, wenn nicht alle Verehrer des Herzens Jesu haben sicherlich Momente großen Trostes und süßer Vertraulichkeit gespürt. Die Verehrung des Herzens Jesu ist wie eine Reise in das Innere der Göttlichen Mentalität mit all Seiner Liebe zu gefallenen Menschheit und Seiner brennenden Sehnsucht, diese zu erlösen und mit Gott eins zu machen. Wir leben dann immer mehr im Herzen Jesu, wenn wir und vertrauensvoll Ihm hingeben.

„Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“

Doch das fällt uns manchmal schwer. Das Vertrauen in das Göttliche Herz, die eigene Hingabe, die Abkehr von sich selbst, sind nicht immer einfach, zu sehr hängen wir an uns selber fest, zu sehr wollen wir, „auf eigenen Füßen“ stehen, anstatt uns in die Arme des Heilandes zu werfen. Und so entfernen wir uns manchmal von Ihm und versinken in den Fluten des Lebens.

Der hl. Evangelist Matthäus schildert, wie die Apostel in ein Boot stiegen, um auf das andere Ufer zu kommen. Auf der Überfahrt kam ihnen der Heiland entgegen – auf dem Wasser gehend. Sie erschraken und Er rief ihnen zu: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“(Mt 14,27). Der heilige Apostel Petrus wollte Jesuschristus entgegen gehen und begab sich auf die Oberfläche des Wassers, doch nach einigen Schritten wankte sein Vertrauen: „Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich!“ (Mt 14,30).

Papst Benedikt XVI. kommentiert im Angelus vom 7. August 2011 diese Stelle folgendermaßen: „Petrus geht nicht aus eigener Kraft über das Wasser, sondern kraft der göttlichen Gnade, an die er glaubt, und als ihn der Zweifel überwältigt, als er nicht mehr seinen Blick fest auf Jesus heftet, sondern Angst vor dem Wind hat, als er dem Wort des Meisters nicht völlig trau, so besagt dies, dass er sich innerlich von ihm entfernt und so Gefahr läuft, im Meer des Lebens unterzugehen. Und dies gilt auch für uns: Wenn wir bloß auf uns selbst schauen, werden wir von den Winden abhängig sein und können nicht mehr durch die Stürme hindurch auf den Wassern des Lebens gehen.“

Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass ihm manchmal wie Petrus widerfuhr und zu sinken begann. Die Verehrung des Göttlichen Herzens hindert uns zwar den wahren Weg zu verlassen, doch unsere Verbindung zu Ihm müssen wir aber Tag für Tag pflegen, Tag für Tag mit Gebet ernähren, damit wir nicht zweifeln, damit wir nicht untergehen. Ansonsten wird unser Herz kalt und unser Vertrauen schwach.

Die moderne Welt ist im Versinken betroffen und bedarf dringend der Herz-Jesu Verehrung

Jeder von uns beobachtet auch, wie unsere Zeit, in der das Individuum, das ganz frei leben will, geradezu vergöttert wird. Doch der völlig freie Mensch ist eine Illusion, eine Versuchung, die vorgibt, man könne völlig unabhängig sein und nach den eigenen Wünschen Leben. Das ist nicht möglich und wer dieser Versuchung nachgibt, wendet sich nicht nur von Gott ab, sondern erlebt selbst und seine Familie mit ihm zusammen eine Bruchlandung. Die heutige Welt versucht uns weißzumachen, dass ein Leben unabhängig von Gott möglich ist und deshalb versinken so viele. Deshalb scheitern so viele Ehen – wenn sie denn überhaupt geschlossen werden -, deshalb gibt es immer mehr seelische Krankheiten wie Depression und Stress, deshalb gibt es immer mehr Verzweiflung und Ausweglosigkeit.

Doch egal durch welche Drangsale unsere Welt durchgeht: Das Herz Jesu ist immer für alle offen. Diese Botschaft der Barmherzigkeit Gottes muss alle Menschen erreichen.

Unsere Aktion „Das Herz Jesu Apostolat“ will allen Menschen in Deutschland zeigen, welche Quellen der Gnade und der Barmherzigkeit den Menschen offen stehen, wenn sie sich dem gütigen Herz unseres Herrn Jesuschristus zuwenden. Welches Heil sie dort erleben, welchen Trost sie dort empfangen, welche Lösungen für verfahrene Lebensläufe sie dort erhalten.

Die Pläne unsres „Herz Jesu Apostolats“

Massenhaft möchten wir daher den Barmherzigkeits-Rosenkranz verbreiten, eine Herz-Jesu-Devotion, die auch solchen Personen zugänglich ist, die ansonsten noch nicht mit der Herz-Jesu Verehrung vertraut sind. Jesus sagte an Schwester Faustyna: „Jede Seele, die dieses Rosenkranzgebet betet, verteidige ich in der Stunde des Todes wie Meine Ehre.“

Auch möchten wir das Herz-Jesu Bild verbreiten, denn 12 große Verheissungen für alle Menschen sind mit diesem verbunden, wie zum Beispiel:

Ich werde die Häuser segnen, in denen das Bild meines Heiligsten Herzens aufgestellt und verehrt wird.
Ich werde ihren Familien den Frieden schenken
.

Das sind nur zwei unserer vielen Projekte für die nächsten Monate. So bringen wir den Menschen und den Familien in Deutschland das Herz Jesu näher. Wesentliches Glied dieses Apostolat sind auch Sie, denn ohne Ihre Hilfe wäre nichts möglich. Dafür möchten wir uns heute herzlich bei Ihnen bedanken.

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