Mittwoch, 28. November 2012

Carl-Lampert-Gedenkort

Für den seliggesprochenen Märtyrerpriester Carl Lampert (1894-1944) entsteht in Dornbirn ein neuer Gedenkort: Der vom Vorarlberger Künstler Hubert Matt unter dem Titel "Layer" ("Schichten") gestaltete Ort soll in Form einer permanenten Installation beim Pfarrzentrum der Stadtpfarrkirche St. Martin "das Sichtbare und oft Unsichtbare im Erinnern an eine Person verdeutlichen". Das geht aus einer Aussendung der Diözese Feldkirch zum Beginn der Bauarbeiten hervor, die gleichzeitig die Neugestaltung der Carl-Lampert-Kapelle in der Stadtpfarrkirche ankündigt. Gedenkort und Kapelle sollen noch im Spätherbst
fertiggestellt werden. Unmittelbar vor dem ersten Jahrestag der Seligsprechung Lamperts am 13. November sollen sie gemeinsam am 11. November eingeweiht werden.

Der von Hubert Matt entworfene Gedenkort wird von sieben Betonröhren dominiert sein. Diese werden so in das natürliche Gelände zwischen Pfarrkirche und Pfarrzentrum eingelassen, dass sie an der Oberfläche eine plane Ebene bilden. Nach den Vorstellungen des Künstlers gehe es bei der Installation darum, zu zeigen, dass das Sichtbare vom
Unsichtbaren geprägt ist und es erahnen lässt. Den nun beginnenden Arbeiten war ein Kunstwettbewerb vorausgegangen, den der in Bregenz wirkende Künstler gewonnen hatte.

Der Dornbirner Künstler Georg Vith, der bereits den im Vorfeld der Seligsprechung eingesetzten Carl-Lampert-Container der Diözese Feldkirch gestaltet hatte, wird die Neugestaltung der Carl-Lampert-Kapelle in Dornbirn-St. Martin leiten. Geplant sind
eine Mischung aus Wort und Bild auf Chromstahlbändern, sowie Projektionen, die auch vom Dornbirner Marktplatz aus eingesehen werden können. Der Termin für den Baubeginn in der Lampert-Kapelle ist mit September 2012 fixiert.

Carl Lampert ist der ranghöchste Priester Österreichs, der von den  Nationalsozialisten ermordet wurde. Der aus Göfis in Vorarlberg stammende Innsbrucker Provikar setzte sich mutig gegen kirchenfeindliche Handlungen von NS-Gauleiter Franz Hofer zur Wehr. Nach seinem Eintreten für den ermordeten Pfarrer Otto Neururer begann für Lampert 1940 ein Leidensweg durch die Konzentrationslager Dachau und Sachsenhausen. 1941 wurde er wurde er nach Stettin verbannt, wo ihn ein Gestapo-Spitzel in eine angebliche Spionage-Affäre verwickelte. Am 13. November 1944 wurde der Provikar in Halle an der Saale enthauptet. Genau 67 Jahre nach seiner Hinrichtung durch die Nationalsozialisten wurde Lampert am 13. November 2011 in Dornbirn seliggesprochen.

Quelle: Kath. Medienagentur KATHPRESS 2012

Keine Kommentare: