Donnerstag, 24. April 2014

Die goldenen fünf Minuten



Soeben sah ich eine Annonce: „Die Goldenen fünf Minuten eine jeden Tages!“ „Wer seine Schönheit bewahren will, unterlasse nicht, jeden Abend vor dem Schlafengehen sein Gesicht fünf Minuten lang zu pflegen. Das sind die goldenen fünf Minuten, die einem jeden lange Schönheit und Anmut verleihen!“

Ob diese fünf Minuten Gesichtspflege dem Körper Schönheit verleihen, ist sehr zweifelhaft. Die meisten Schönheitsmittel sind wertlos. Ich kenne aber ein Mittel, um dauernde Schönheit zu erlangen.

Wer täglich fünf Minuten darauf verwendet, um in sein Inneres zu schauen, zu sorgen, daß hier alle unedlen Neigungen und Auswüchse sogleich im Keime erstickt werden, wird sicher seine Seelenschönheit bewahren und erhöhen.

Wer dann durch einen Akt der Reue und der vollkommenen Liebe der Schönheit Gottes ähnlich zu werden sucht, wir wahre Seelenschönheit pflegen und das hochzeitliche Kleid zum ewigen Leben erlangen.

Der große Bischof Keppler von Rottenburg wurde zuweilen der Presse hart angegriffen. Er hielt dann jedes Mal eine ernste Gewissensforschung, um zu sehen, ob er in irgendeiner Weise gefehlt habe. Dann aber ging er den Weg seiner Pflicht. Und er zwang damit den Gegner oder Andersdenkenden gleichsam, ihm Achtung und Hochschätzung zu zollen. Wenn er eine so große Persönlichkeit geworden ist, verdankt er das nicht nur seinen herrlichen Talenten, sondern es ist in erster Linie eine Edelfrucht der Gewissensforschung.

Wer täglich nur fünf Minuten dafür verwendet, wird über kurz oder lang die Erfahrung machen: Das sind die goldenen fünf Minuten eines jeden Tages.


Quelle: „Sonne Dich“ – P. Max Dudle SJ.

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