Donnerstag, 8. Mai 2014

„Sie blicken hin auf den, den man durchbohrt hat“


Unter den Bewegendsten Bildern der Göttlichen Liebe zu den Menschen im Alten Testament sei hier an zwei erinnert, die auch Papst Pius XII. in seiner Enzyklika über das Heiligste Herz Jesu, Haurietis Aquas, anführt: „Als Israel Kind war, gewann ich es lieb, berief meinen Sohn aus Ägypterland“ (Os 11, 1). „Vergisst wohl ein Weib seinen Säugling, erbarmt es sich nicht seines lieblichen Sohnes? Mögen auch diese vergessen, ich vergesse dich nicht“ (Is. 49, 15).

Im Neuen Testament erklärt der heilige Johannes: „Denn so liebte Gott die Welt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingab“ (Joh. 3, 16). Und er beschreibt das Gefühl unseres Herren am Vorabend seines Leidens: „Da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um hinüberzugehen aus der Welt zum Vater, zeigte er den Seinen, die er in dieser Welt liebte, die Liebe bis zur Vollendung“ (Joh. 13, 1).

Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu ist eine neue Art und Weise, dies Liebe Gottes zu dem Menschen kundzutun. Als er den toten, von der Lanze durchbohrten Christus voraussagte, sprach der Prophet Zacharias nicht die Rache des verhöhnten Gottmenschen an, sondern beschrieb einen neuen Ausdruck der Freundschaft: ein Gnadenstrom würde sich über jene ergießen, die sein Herz geöffnet haben. „Über Davids Haus und die Bürger Jerusalems gieße ich den Geist des Mitleids und Flehens. Sie blicken hin auf den, den man durchbohrt hat“ (Zach. 12, 10).

In seinem Leidensbericht erinnert der heilige Johannes an diese Weissagung des Zacharias, indem er darauf hinweist, dass einer der Soldaten, der sah, dass Jesus bereits tot war, „mit der Lanze in seine Seite stieß, und sogleich kamen Blut und Wasser heraus.“ Und der Evangelist erklärt ausdrücklich, dass dies geschah, damit sich die Worte der Schrift erfüllten, die sagt: „Sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben“ (Joh. 19, 34 – 37).

Die Seitenwunde Jesu und sein verwundetes Herz werden durch alle Jahrhunderte hindurch Gegenstand der Betrachtung sein. Und am Ende der Zeit, wenn der verherrlichte Christus auf den Wolken zurückkehrt, „wird ihn jedes Auge schauen, auch jene, die ihn durchbohrt haben“ (Offb. 1, 7).

Quelle: Buch: „Das Heiligste Herz Jesu“ – Hoffnung, Lösung und Trost für einen jeden von uns – André Sá – Hrsg. :Deutsche Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum e. V. (TFP) – Aktion „Das Herz Jesu Apostolat für die Familie

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