Freitag, 19. September 2014

Aufstand gegen Rom: Bischof Bonny attackiert die Ehelehre der Kirche

(Quelle: Felizitas Küble/Christliches Forum) Am Mittwoch, den 3. September 2014, war der reformkatholische Kirchenredakteur der FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Daniel Deckers, offenbar voll in seinem Element, konnte er sich doch mit seinen altbekannten modernistischen Forderungen nun auf einen Gewährsmann berufen, der ein hohes kirchliches Amt innehat: Bischof Johan Jozef Bonny. zeitungen

Das katholische Oberhaupt des Bistums Antwerpen  –  er gehört überdies zu den “Grabesrittern” (Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem)  – war bislang nicht mit verwegenen Forderungen aufgefallen; insofern gelang Deckers journalistisch ein echter Überraschungscoup.

Für Daniel Deckers hat jetzt die Stunde geschlagen, um in puncto kirchliche Sexualmoral alle Geschütze aufzufahren, die ihm einfallen  –  und sich dabei auch sprachlich nicht mehr zurückzuhalten.
“Mit brachialer Gewalt exekutiert”

So schreibt der FAZ-Redakteur in einem seiner diesbezüglichen Artikel beispielsweise, das kirchliche Lehramt habe seit Papst Paul VI. seine Lehre über Ehe und Fortpflanzung “mit brachialer Gewalt exekutiert”.

Man beachte die Wortwahl und überlege, ob es sich etwa um die radikal-islamische Terrortruppe IS im Irak handelt, die ihre Ideologie tatsächlich “mit brachialer Gewalt exekutiert”?

Nein, Herr Deckers meint allen Ernstes den Vatikan, dessen sogenannte “Gewalt” sich allerdings ganz friedlich auf die Verkündigung von Lehrschreiben und dergleichen konzentriert.

Selbst als z.B. die deutschen Bischöfe sich seinerzeit mit ihrer höchst fragwürdigen “Königsteiner Erklärung” kritisch von der päpstlichen Enzyklika “Humanae vitae” (Lehrschreiben über Ehe und Fruchtbarkeit) abgrenzten, zog dies keinerlei Maßnahmen nach sich, geschweige wurden die insoweit unbotmäßigen Oberhirten “mit brachialer Gewalt exekutiert”….

Und weil Deckers sich vor Freude über den belgischen Rebellenbischof, der ihm jetzt am Reformhimmel erstand, kaum noch halten konnte, veröffentlichte er gestern neben zwei Online-Artikeln zur Causa Bonny einen weiteren Kommentar  unter dem Titel “Hartes Ringen in der katholischen Kirche”. 

Einleitend heißt es dort, Bischof Bonny habe eine angeblich brillante und jedenfalls “schonungslose” Analyse der “Verirrungen des kirchlichen Lehramts vorgelegt”.

Sodann wird Papst Franziskus vereinnahmt, indem ihm das “Ansinnen” untergejubelt wird, “die Kluft zwischen Lehre und Leben zu verringern  – um  des Lebens willen.”

Um welchen “Lebens” willen?  – Für ein moralisch laxes oder gar liederliches Leben ist jedenfalls der Zeitgeist zuständig, nicht die Kirche; diese wiederum ist an Christi Lehre und Leben gebunden, nicht an die Zügellosigkeit dieser Welt.

Bereits der hl. Apostel Paulus schärfte zu seiner Zeit der Christengemeinde von Rom ein: “Paßt euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist.” (Röm 12,2)

Diese Aufforderung gilt auch für katholische Oberhirten einschließlich Bischof Bonny. Dieser Kirchenmann spielt Gottes Gebote und menschliches Gewissen gegeneinander aus, was auf die sog. “autonome Moral” hinausläuft, die streng genommen eben keine Moral ist, sondern der subjektiven Beliebigkeit unterworfen.
“Wechselnde Einsichten und Gefühle”

Geradezu hanebüchen, was Bischof Bonny in seiner Stellungnahme insbesondere zum Thema Unauflöslichkeit der Ehe schreibt:

“Wie Menschen an ihrer Beziehung arbeiten, wann sie sich für Kinder entscheiden, wie und wann sie eine Beziehung als ‘unauflöslich’ betrachten und erfahren: Es handelt sich um menschliche Wirklichkeiten, geprägt von Zeit und Kultur, von Herkunft und Bildung, von wechselnden Einsichten und Gefühlen.”

Gläubige katholische Christen (und übrigens auch bibelfeste Protestanten) lassen sich jedenfalls in puncto Unauflöslichkeit nicht von “wechselnden Einsichten und Gefühlen” bestimmen, sondern von der zeitlosen Botschaft Christi und dem 6. Gebot Gottes: “Du sollst nicht ehebrechen.”

Zudem äußert der reformfreudige Oberhirte, er habe “mehrfach feststellen” müssen, “wie anstößig die Sprache der Kirche gegenüber bestimmten Personen oder Situation wirken” könne:
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“Wer sich mit Menschen in ein Gespräch begeben will, muss sich davor hüten, ethische Qualifizierungen zu verwenden, die zur gelebten Wirklichkeit quer stehen und deshalb sehrt herabsetzend klingen. Viele unserer kirchlichen Dokumente brauchen an diesem Punkt dringend eine Revision.”
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Hier werden die sittlichen Normen der Kirche und “bestimmte Personen und Situationen” ebenfalls gegeneinander ausgespielt. Der Bischof fordert die Kirche sogar dazu auf, sich vor “ethischen Qualifikationen” zu hüten, die “zur gelebten Wirklichkeit quer stehen”. 
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Er möge sich damit abfinden, daß sich die göttlichen Gebote nicht dem Menschen und dessen “gelebter Wirklichkeit” anzupassen haben, sondern umgekehrt: der Mensch soll sich an Gottes immer gültigem Gesetz ausrichten, zumal der gläubige Mensch, an den sich dieser Bischof mit seiner Stellungnahme ja schließlich wendet.

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