Freitag, 12. September 2014

Fünf goldene Worte von Pater William Faber



Der berühmte Superior des Londoner Oratoriums (+1863), den der gelehrte Redemptoristenpater Augustin Rösler wiederholt als den bedeutendsten Geisteslehrer des 19jahrhunderts angesprochen hat, stellt in seinem berühmten Buch „Die heilige Eucharistie“ fünf kleine Regeln auf, die alle Beachtungswert sind. Sie lauten:

1. Halte immer etwas, das dich betrifft, verborgen, irgendeine gute Tat oder irgendeine Gnade, oder irgendeine tugendhafte Eigenschaft, die andere leicht hochschätzen könnten. Dieses einzige Geheimnis wird dir so gute Dienste leisten wie eine Festung.

2. Teile nie anderen Dinge mit, die die Leitung deiner Seele betreffen, weder was du deinem geistlichen Führer erwähnt hast, noch den Rat, den er dir gegeben hat.


3. Lass irgendeinen Zweig der Wissenschaft für dich ein unbekanntes Land sein. Es muß aber ein Gebiet des Wissens sein, das ein Gegenstand der Neugierde und des Verlangens für dich ist, ohne daß es jedoch für die eigentliche Erfüllung deiner Berufspflichten oder für deine sonstige Wirksamkeit von Nutzen ist. Du wirst in der Seele keinen festeren halt finden, wenn es zum Kampfe kommt, als in dieser freiwilligen selbstverleugnenden Unwissenheit.

4. Halte nie ein geistliches Tagebuch, um deine frommen Gedanken aufzuzeichnen oder etwas, was nur entfernt einer religiösen Selbstbiographie gleicht. Ich will damit nicht sagen, daß die Heiligen keines geführt. Willst du wissen, wie sehr die Betörung, ein solches Tagebuch zu führen, mit jeder Fiber und Faser deiner Eigenliebe verwachsen ist, so wirf dein Tagebuch ins Feuer und du wirst es innewerden. Erlebst du, was die Welt nicht wohl entbehren könnte, so wird dir Gott einen Führer schicken und der dir alsdann befehlen, dies niederzuschreiben.

5. Entferne nie ein Missverständnis, das sich über dich gebildet hat. In den meisten Fällen erlangt Gott mehr Ehre aus dem Missverständnisse als aus dessen Entfernung; diese nämlich ist immer auf unsere eigene Ehre bedacht.

Quelle: „Sonne Dich“ – P. Max Dudle SJ. – Hrsg.: DVCK e. V., Frankfurt am Main



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