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Posts

Der Dampfplauderer und die Abschaffung des Abendlands

von Michael Rieger

Kardinal Marx hat folgendes zu Protokoll gegeben: Vom Begriff des „christlichen Abendlands“ halte er nicht viel. Und er geht offensichtlich davon aus, dass es uns zu interessieren hat, wovon er viel oder wenig hält. Der Begriff sei „ausgrenzend“ (vgl. katholisch.de, 11. Januar 2019), er tauge nicht angesichts der Herausforderung, vor der Europa stehe, nämlich angesichts des friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen.

Da hat der Dampfplauderer Marx mal wieder auf den Tisch gehauen und vor allem eine Menge... Dampf produziert. Er redet halt gern und viel und hört sich auch gern und viel reden und er mag es, wenn die Leute ihn gern und viel reden hören mögen. Daher war es sehr erfreulich, als Oliver Maksan ein wenig von diesem Dampf, von dieser heißen Luft weggepustet hat und darauf hinwies, dass die Begriffskonstruktion „christliches Abendland“ eine Tautologie ist (vgl. Die Tagespost, 17. Januar 2019). Das ist in etwa so, als würde man von einem katholische…
Letzte Posts

Papst Benedikt XVI. fasst die Christologie des hl. Cyrill von Alexandrien zusammen:

In einem Brief an Nestorius, der später im Jahr 451 beim vierten ökumenischen Konzil von Chalcedon gutgeheißen werden sollte, beschreibt Cyrill klar seinen christologischen Glauben, dass „aus den beiden verschiedenen, zu wahrer Einheit verbundenen Naturen ein Christus und Sohn geworden ist. Nicht wie wenn die Verschiedenheit der Naturen um der Einigung willen aufgehoben worden wäre, sondern so, dass Gottheit und Menschheit zusammen uns den einen Herrn und Christus und Sohn erbaut haben, vermöge der unaussprechlichen und geheimnisvollen Verbindung zu einer Einheit“.
Und das ist wichtig: die wahre Menschheit und die wahre Gottheit vereinen sich wirklich in einer einzigen Person, unserem Herrn Jesus Christus. „In dieser Weise“, so fährt der Bischof von Alexandrien fort, „bekennen wir einen Christus und Herrn, indem wir nicht etwa einen Menschen mit dem Worte zusammen anbeten, damit nicht durch das ,zusammen‘ die Vorstellung einer Scheidung eingeführt werde, sondern einen und denselben Chr…

Die Schönheit der Kirche und den Weg nach Hause zu finden

John Horvat II
Das Buch En Route von J. K. Huysmans aus dem späten 19. Jahrhundert ist eine Bekehrungsgeschichte, die tief in die Gedankenwelt des Lesers eindringt. Es ist ein autobiografischer und zugleich fiktiver Bericht über den Rückweg in die Kirche eines berühmten französischen Kunstkritikers und Romanciers im dekadenten Paris.
Das Buch hat die Verwüstungen der Zeit gut überstanden, da solche Konversionsklassiker nie an Attraktivität verlieren. Es ist jedoch besonders geeignet, um diejenigen anzulocken, die in dieser postmodernen Welt routen- und wurzellos sind. Das Leben in Huysmans ausschweifendem Paris hatte etwas von der Sinnsuche, die heute wandernde Seelen heimsucht. Leser können sich leicht in die Erzählung einfügen und finden ihre eigenen Suchanfragen.
Die Geschichte eines großen Sünders
Huysmans' fiktiver Charakter, Durtal, ist ein großer Sünder, der seine Laster in außergewöhnliche Tiefen geführt hat, bis hin zu den dunklen Abgründen des Satanismus. Nach einem ausschw…

Der antichristliche Charakter der egalitären Revolution

Plinio Corrêa de Oliveira
Die Perioden, in denen die egalitäre Revolution am weitesten fortschreitet, sind keine Kriegs- und Revolutionszeiten, sondern Zeiten der kleinen Transformationen. Kriege und Revolutionen bringen sie nach vorne, aber das provoziert Reaktionen und Kristallisationen, die manchmal Schwierigkeiten bereiten.
Was wir zeigen sollten, ist, dass die egalitäre Revolution nicht aus Blutvergießen besteht. Blutvergießen ist eine Art Zufall in der egalitären Revolution. Normalerweise funktioniert sie wie eine Tuberkulose, die die Lungen allmählich korrodiert. Daher gibt es abwechselnde Perioden von Gewalt und Ruhe.
Jeder erinnert sich an das Gesetz der Karotte und des Stocks. Von Zeit zu Zeit ist der soziale Körper den revolutionären Ideen gegenüber etwas widerspenstig. Die Revolution bereitet dann eine Prügel vor, nach der die "vernünftigen" Leute sagen: "Wir können nicht zum alten System zurückkehren, also lasst uns Zugeständnisse machen und weiterleben."…

Die Bekehrung des Herzens im Bereich der Familie

Jorge A. Kardinal Medina Estévez

Es ist eine objektiv wahrhafte Beurteilung, dass die (Institution der) Familie in nicht wenigen Teilen der Welt eine echte und tiefe Krise durchläuft. Angesichts dieser Tatsache, wäre es keine weise Haltung, sie zu verkennen oder kleinzureden: man muss sie wahrnehmen, ihre Ausmaße und Größe versuchen zu ermessen und sich bemühen, Mittel zu finden, sie zu überwinden. Das ist der Zweck dieses Heftes „Vorrangige Option für die Familie“, das ich hier vorstelle.

Die Krise der Familie ist nicht die einzige, die die Welt heute bekümmert. Es gibt andere und nicht selten zeigen sich wechselseitige Verhältnisse und Zusammenhänge zwischen ihnen. Wir denken da, zum Beispiel, an die Anwendung der Falschheit in all ihren Formen als ein legitimes Mittel zur Bewältigung von schwierigen Situationen, an die Vermehrung egoistischer Vorgehensweisen, an die skandalösen Unterschiede zwischen denjenigen, die einen maßlosen und sogar luxuriösen Wohlstand genießen, und der Menge…

Die Kirche und die christliche Kultur

Plinio Correa de Oliveira

Es wäre eine arge Täuschung zu meinen, die Erziehungsarbeit der Kirche sei nur individuell und auf die Heranbildung christlicher Persönlichkeiten gerichtet, nicht aber auf Völker, Zivilisationen und Kulturen.

In Wirklichkeit hat Gott den Menschen als soziales Wesen geschaffen und ihn dazu bestimmt, in Gemeinschaft mit anderen an der gegenseitigen Heiligung zu arbeiten. Deshalb machte er ihn auch beeinflußbar. Wir spüren alle durch den Geselligkeitstrieb in uns die Neigung, unsere Ideen in gewissem Masse anderen mitzuteilen und Anregungen von ihnen zu bekommen. Das gilt für die Beziehungen von Mensch wie für die vom einzelnen zur Gesellschaft. Die Umwelt, die Gesetze und Institutionen, in denen wir leben, üben ihren Einfluß auf uns aus, haben eine pädagogische Wirkung auf uns.

Diesem Milieu und seiner Denkweise, die den Manschen durchdringt wie durch Osmose und wie durch die Haut, sich notfalls völlig zu entziehen, ist das Werk einer hohen und schwierigen Tugend.…

16. November – Zum Fest der Hl. Mechthild von Hackeborn

Aus der Ansprache von Papst Benedikt XVI. am 29. September 2010

Mechthild wird 1241 oder 1242 auf Burg Helfta geboren; sie ist die dritte Tochter des Freiherrn. Mit sieben Jahren besucht sie mit der Mutter ihre Schwester Gertrud im Kloster Rodersdorf.

Von dieser Umgebung ist sie so fasziniert, dass sie innig wünscht, ihr anzugehören. Sie tritt als Klosterschülerin ein und wird 1258 Nonne in dem Konvent, der in der Zwischenzeit nach Helfta übergesiedelt ist, auf das Anwesen derer von Hackeborn. Sie zeichnet sich aus durch Demut, Eifer und Liebenswürdigkeit, durch Reinheit und Unschuld des Lebens, durch Vertrautheit und Tiefe, mit denen sie die Beziehung zu Gott, zur Jungfrau Maria, zu den Heiligen lebt. Sie ist mit hohen natürlichen und geistlichen Eigenschaften ausgestattet: »Wissen, Intelligenz, Kenntnis von Sprache und Literatur, eine wunderbar liebliche Stimme: Unter all diesen Voraussetzungen konnte sie für das Kloster in jeder Hinsicht ein wahrer Schatz sein« (Mechthild von Hackebo…