Samstag, 30. November 2013

Ein Heiliger des Heiligsten Herzens


Der heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort, der 1716 im Alter von nur 43 Jahren starb, war der große Apostel der Marienverehrung. Doch gleichzeitig war er auch ein Apostel der Verehrung des Herzens Jesu. Damit wurde er zum Vorläufer einer Frömmigkeit, die dann im 19. Jahrhundert allgemein Verbreitung finden sollte.

Bei seiner Tätigkeit als Volksmissionar in Westfrankreich (Bretagne und Poitou) griff der Heilige gern zu Gedicht und Lied, um die gepredigten Wahrheiten einprägsamer zu machen und gleichzeitig in seiner Zuhörerschaft die Frömmigkeit zu fördern. Noch heute sind in den Gegenden, die einst von ihm und den Missionaren der von ihm gegründeten Kongregation durchzogen wurden, viele seiner einst bei den Volksmissionen gesungenen Lieder bekannt.

Ende des 18. Jahrhunderts begannen die Missionare der vom heiligen Ludwig gegründeten Gesellschaft Mariens auch Standarten, Fahnen und Bilder des Herzens Jesu bei ihren Missionen einzusetzen. Sie hatten diese Formen volkstümlicher Predigt von ihrem Gründer und Vorbild übernommen. Doch so wie einst der heilige Ludwig wurden auch sie zur Zielscheibe des Hasses. Überall wurden sie als die glühendsten Herzverehrer angeprangert, eine abfällige Bezeichnung, deren sich die Revolutionäre und vor allem die Jansenisten bedienten, wenn sie von den Menschen sprachen, die eine besondere Frömmigkeit zum Herzen Jesu pflegten. Später richtete sich gegen sie dann auch die feindliche Haltung der Anhänger der Französischen Revolution.

Immer wieder kann man feststellen, dass echte Frömmigkeitsübungen untereinander nicht konkurrieren, sondern sich ergänzen. So ging der heilige Ludwig Maria in die Geschichte der katholischen Frömmigkeit nicht als der Heilige der Herz-Jesu-Verehrung ein, sondern als der Heilige der vollständigen Hingabe an Maria. Er hatte früh erkannt, dass die Hingabe an die Muttergottes der schnellste und sicherste Weg zum Herzen ihres Sohnes ist.



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