Samstag, 25. Oktober 2014

Der Gott des Menschlichen Herzens



Der Weg, zu erreichen, dass wir dem Willen de andren Menschen mit Leichtigkeit nachgeben, besteht darin, im Gebet immer wieder Akte des Gleichmuts zu vollziehen und diese dann, wenn die Gelegenheit dazu gegeben ist, in die Praxis umzusetzen. Es genügt nicht, vor Gott arm und bloß zu werden, vor allem dann nicht,wenn das nur theoretisch geschieht, denn das bedeutet nicht viel. Etwas völlig anderes ist aber, diesen Verzicht auf sich selbst tatsächlich vollziehen zu müssen, wenn wir, nachdem wir uns ganz Gott übergeben haben, an einen Menschen geraten, der uns befiehlt – hier müssen wir unsren Mut zeigen.

Dem willen des Nächsten zart nachgeben, ist eine Tugend hohen Ranges für das Gebet des Einsseins. Dieses Gebet bedeutet, in Gott auf sich selbst verzichten, so dass der Mensch wirklich sagt: Herr, ich habe keinen anderen willen mehr als Deinen; wenn die Seele so betet, ist sie ganz eins mit Gott. Ebenso besteht das wahre Einssein mit dem Nächsten darin, ihm gegenüber auf unseren eigenen Willen zu verzichten, um stets den Willen des Nächsten zu tun – das aber um der Gottesliebe willen.

Quelle: Texte zu Nachdenken – Franz von Sales – Feuer und Tau – Führung der Seele – Ausgewählt, übersetzt und eingeleitet von Ingeborg Klimmer Herderbücherei – Freiburg im Breisgau



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