Sonntag, 11. Januar 2015

Nachsicht und Verzeihung


Herr,
du hättest alle Macht und Mittel, dich zu
rächen; aber du gebrauchst sie, um zu
verzeihen. Auch bei schreiender Ungerech-
tigkeit bei deiner Verurteilung zum Tode, bei
Bosheit, Spott und Grausamkeit sprachst du
Worte der Verzeihung und hast sie bei deinem
himmlischen Vater erfleht.

Möchte unser Herz wie das deine verhalten!
Gib uns die Kraft, sofort und ohne Einschränkung
das uns zugefügte Unrecht zu verzeihen! Unsere
Natur ist immer geneigt, Beleidigungen zu erwidern;
mach uns fähig, das aufbegehren unserer Natur zu
beherrschen!

Stärke uns in dem Entschluss, zu schweigen, wenn
uns ein Wort verletzt oder wenn man uns unrecht tut.
Hilf uns den inneren Schmerz großmütig opfern,
und dem Menschen, der ihn uns zufügte, nichts nach-
zutragen!

Lehre uns, ganz liebenswürdig den Menschen gegen-
über zu bleiben, die uns verletzt oder beleidigt haben,
und sie so zu behandeln, als sei nichts geschehen.

Dann erst wir unsere Liebe edel. Bewahre unser Herz
vor allem vor Rachsucht, Empfindlichkeit und Groll.

Hilf uns, die Milde im Herzen zu bewahren, die alles
entschuldigt und alles vergisst!

P. J. Galot SJ.

Quelle: Gebete zum Herzen Jesu – Johannes-Verlag, Leutesdorf am Rhein


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