Sonntag, 8. Februar 2015

Vom Gott erfüllt


Herr,

dein Wesen ist mit froher Innigkeit dem
Vater zugewandt. Dein Herz wollte we-
sentlich das Herz seines Sohnes sein, der
sich in inniger Liebe ständig dem Vater
zuwendet.

Du verlangst danach, deinen Blick in der
Anschauung des Vaters zu verlieren. Seine
Nähe hast du beglückt im Alter von zwölf
Jahren im Tempel erfahren und später in der
Einsamkeit der Wüste. 

Das Beste deiner Person hast du dieser Nähe geweilt: 
Wie sehr verströmte sich dein Wesen im stillen Gebet
zum Vater! Wie glühend verlangtest du danach,
in deinem öffentlichen Leben alles für ihn zu tun,
alles nach seinem Willen zu erfüllen! Du begeg-
netest ihm überall in der Natur und in den Men-
schen, du folgtest seinem Willen bis in den Tod
und legtest schließlich deinen Geist in seine Hände.

Teile mit uns dieses Erfülltsein vom Vater, das dein
Herz besaß. Richte unser Erkennen und Wollen auf
den Vater. Lass unser Denken, Beten und alles, was
wir tun zu seiner Ehre, aufsteigen zu ihm!

Schenke uns Freude daran, seine Nähe zu suchen,
die Freude, ihn überall zu finden: in allem, was uns
umgibt und aus seiner Güte uns zufließt.

Lehre uns vor allem, uns ganz und gar ihm zu über-
lassen, und bilde in uns ein Herz, das fähig ist, ihn
zu lieben, wie ein Kind den Vater liebt.


P. J. Galot SJ

Quelle: Gebete zum Herzen Jesu – Johannes-Verlag

Leutesdorf am Rhein

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